Deutsches Kriegsschiff auf dem Weg nach Libyen

Tebel-Report.Am heutigen Dienstag, 10.00 MESZ, verließ die deutsche Fregatte »HAMBURG« (F 220) ihren Marinestützpunkt Heppenser Groden im norddeutschen Wilhelmshaven, um an einer 136-tägigen Seemission im Mittelmeer teilzunehmen.

Der Marinestützpunkt Heppenser Groden im norddeutschen Wilhelmshaven ©Bundeswehr/Leon Rodewald (Mit herzlichem Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung)

Das Schiff des 2. Fregattengeschwader der Einsatzflottille 2 wird sich der EU-Marinemission IRINI anschließen, um vor Libyen einen Beitrag zur Umsetzung des UN-Waffenembargos zu leisten. Dazu zählt das Durchsuchen des Waffenschmuggels nach Libyen verdächtigter Schiffe. Zudem wird die »HAMBURG« die mögliche illegale Ausfuhr von Erdöl und Kraftstoffen beobachten, den Aufbau von Kapazitäten der libyschen Küstenwache und Marine unterstützen und letztlich Informationen über Menschenschmuggel sammeln.

Kurz vor ihrem Auslaufen liegt die Fregatte „Hamburg“ am Pier ihres Heimathafens Wilhelmshaven. ©Bundeswehr/Leon Rodewald (Mit herzlichem Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung)
Die Fregatte „Hamburg“ läuft aus ihrem Heimathafen Wilhelmshaven zum Einsatz Operation IRINI aus. Auf diesem Bild wird das Ablegen durch den Kommandanten, Fregattenkapitän Jan Fitschen und drei seiner Offiziere von der Nock aus überwacht. ©Bundeswehr/Leon Rodewald (Mit herzlichem Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung)
Die Fregatte „Hamburg“ läuft aus ihrem Heimathafen Wilhelmshaven zum Einsatz Operation IRINI aus. Auf diesem Bild sieht man Angehörige, welche das Ablegen der Fregatte Hamburg beobachten, filmen und ihre Liebsten verabschieden. ©Bundeswehr/Leon Rodewald (Mit herzlichem Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung)
Die Fregatte „Hamburg“ läuft aus ihrem Heimathafen Wilhelmshaven zum Einsatz Operation IRINI aus. Auf diesem Bild sieht man Angehörige, welche das Ablegen der Fregatte Hamburg beobachten, filmen und ihre Liebsten verabschieden. ©Bundeswehr/Leon Rodewald (Mit herzlichem Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung)

Die 143 Meter lange »HAMBURG« gehört zur Sachsen-Klasse und ist als Mehrzweckschiffe für Geleitschutz und Seeraumkontrolle konzipiert. Mit ihrem „SMART-L-Radar kann eine einzige Einheit der Sachsen-Klasse zum Beispiel den Luftraum über der gesamten Nordsee überwachen (Reichweite mehr als 400 km)“, beschreibt eine Presseaussendung der Bundesmarine die Stärke des Schiffes. Damit kann die Fregatte »Hamburg« mehr als 1 000 Ziele gleichzeitig erfassen und mit ihren Flugabwehrraketen vom Typ SM2 aus dem Senkrecht-Startsystem VLS Mk41 der Sachsen-Klasse Maßnahmen ergreifen.

Die Fregatte „Hamburg“ läuft aus ihrem Heimathafen Wilhelmshaven zum Einsatz Operation IRINI aus. Auf diesem Bild wird die Fregatte „Hamburg“ von den Schleppern zum Verlassen des Hafenbeckens gedreht. ©Bundeswehr/Leon Rodewald (Mit herzlichem Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung)

Die in der Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW) gebaute »HAMBURG« ist für moderne Kriegsführung konzipiert und kann mit seinem Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES) alle Daten der Radaren, übrigen Sensoren sowie Informationen verbündeter Schiffe verarbeiten. „Mit diesen Fähigkeiten waren die Fregatten der Klasse 124 schon mehrmals im Nordatlantik in Flugzeugträger-Kampfgruppen der United States Navy integriert“, bemerkt die Bundesmarine in einer Aussendung.

An Bord befinden sich auch zwei Hubschrauber des Typs Sea Lynx. Diese dienen zur weiteren Aufklärung von Kontakten auf dem Radar, wie Herr Omaat Leon Rodewald der Deutschen Marine näher ausführte.

Allerdings ist das deutsche Kriegsschiff in einer komplizierten Situation. Erst am 10. Juni hatte die türkische Fregatte »TCG GÖKAVA« (F 496) die französische Tarnkappenfregatte »LE COURBET« (F 712) in ihr Zielradar genommen, als die Franzosen einen türkischen Frachter nach illegalen Waffen untersuchen wollte.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu kritisiert die Irini-Mission der Europäischen Union laut TRTdeutsch als „absolut einseitig“. „Sie hilft Haftar und bestraft die libysche Regierung“, weil sie Waffenlieferungen aus Ägypten, Frankreich und Russland ignoriere, wie der auf einer Pressekonferenz mit der spanischen Außenministerin Arancha González Laya in Ankara unlängst anmerkte.

Seit Anfang Juni operiert die Bundesmarine auch mit einem Seeaufklärer vor Libyen. Die P-3C Orion führt von ihrem Fliegerhorst in Nordholz in Niedersachsen dreistündige Überwachungsflüge im Mittelmeer durch.

Siehe

Bildquelle: ©Bundeswehr/Leon Rodewald (Mit herzlichem Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung)