Frankreich zeigt sich verärgert: EU soll rasch die künftige Beziehung zur Türkei diskutieren

Tebel-Report. – Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian fordert die EU auf, ihr zukünftiges Verhältnis zur Türkei »ohne Tabus und ohne Naivität« zu prüfen.

Den Hintergrund seiner Aussage bilden steigende Spannungen zwischen Ankara und Paris wegen des türkische Engagements in Libyen, das in einem Vorfall am 10. Juni einen bisherigen Höhepunkt erlebte.

An diesem Tag wollte die französische Tarnkappenfregatte LE COURBET (F 712), Teil der NATO-Marinemission „Sea Guardian“, das türkische Frachtschiff ÇIRKIS, dem UN-Waffenembargo gemäß, auf verbotene Waffenlieferungen nach Libyen überprüfen. Ihrer Anweisung, den Zielhafen zu benennen, kam die Besatzung des Frachters nicht nach.

Stattdessen nahm eine der beiden türkischen Begleitschiffe (!) – die Fregatte TCG GÖKAVA (F 496) – das französische Kriegsschiff drei Mal in ihre Zielmarkierung. Die Tageszeitung Le Figaro zitierte das französische Verteidigungsministerium, wonach ein solches Vorgehen nach den Einsatzregeln der NATO als „feindliche“ Tat gelte. Unter NATO-Partner wäre ein solches Verhalten beispiellos.

Deshalb gab auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag vor einer Woche bekannt, dass das Bündnis dem französischen Vorwurf nachgehen werde.

Wenngleich die Türkei die Schuld von sich weist, so hatten die türkischen Kriegsschiffe am selben Tag bereits eine Inspektion durch die griechische Fregatte HS SPETSAI (F 453) verhindert. Die griechische Fregatte der EU-Mission IRINI beschränkte sich daraufhin lediglich auf die Verfolgung des Frachters.

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