„Griechenland wächst“ : Griechenland will 12-Seemeilen Hoheitsgewässer einführen

Tebel-Report. – Vor der Ratifizierung der ausschließlichen Wirtschaftszone zu Italien kündigte der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis am Mittwoch im griechischen Parlament an, Griechenlands Hoheitsgewässer im Ionischen Meer von 6 auf 12 Seemeilen auszudehnen.

Diese Möglichkeit gibt Griechenland das internationale Seerecht in Abschnitt 3 (FRIEDLICHE DURCHFAHRT IM KÜSTENMEER).

Demnach verfügt der betreffende Küstenstaat in seinem Küstenmeer über volle Souveränität, hat aber Schiffen die „friedliche Durchfahrt“ zu gewähren. Diese ist nach dem internationalen Seerecht nicht gegeben, wenn sich die Fahrt eines Schiffes gegen die Souveräntät, territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit des Küstenstaats richtet oder das Völkerrecht verletzt, Spionage betreibt, gegen Gesetze des Küstenlandes verstößt, Forschungs- oder Vermessungsarbeiten vornimmt oder Tätigkeiten durchführt, die mit einer reinen Durchfahrt nicht zusammenhängen.

Athens Anspruch auf Ausdehnung der Hoheitsgewässer wird durch das italienisch-griechische Abstecken ihrer maritimen Wirtschaftszonen möglich.

Der Schritt Athens weist aber auch darauf hin, dass Griechenland nun eine weit aktivere Politik zu führen gedenkt, als dies in den vergangenen Jahren der Fall war.

Die Türkei sieht laut Ekathimerini.com einen Kriegsgrund gegeben, so Griechenland seine östliche Seegrenze – also jene u.a. bei den Inseln zwischen Rhodos und Kreta – ebenso auf 12 Seemeilen ausdehnte. Dabei dürfte sich die griechische Zeitung auf Begebenheiten in den 1990er Jahren beziehen. Damals hatte Griechenland den Plan verworfen, nachdem die Türkei die 12 Seemeilen-Zone laut Anadolu Agency als Kriegsgrund angesehen hatte.

Siehe

Bildquelle: Bild von Matt Hardy auf Pixabay