Abkommen: Türkei und Libyen legen ihre gemeinsame Seegrenze fest

Tebel-Report. – Die Türkei und Libyen legten am 27. November in einer Absichtserklärung ihre Seegrenze zueinander fest – insgesamt 18,6 Seemeilen oder 35 km !!

Begrenzte Provokation Ankaras

Für sich genommen, erscheint eine 35 Kilometer lange gedachte Linie im Mittelmeer nicht besonders spektakulär. Dennoch vergiftet sie die angespannte Situation im östlichen Mittelmeer noch um ein weiteres Stück.

Die Brisanz der Übereinkunft besteht nämlich darin, dass die Türkei und Libyen darin ihre Seegrenzen so ziehen, dass griechische Interessen bewußt negiert werden.

Griechenland wies als Reaktion darauf den libyschen Botschafter aus. Die EU erwartet von der Türkei nähere Information und stellte sich laut Ekathimerini völlig auf hinter Griechenland. Ägypten und Zypern halten das Abkommen für „illegal“, berichtet aljazeera.

Geopolitischer Hintergrund

Üblicherweise sollten die Seegrenzen von den Anliegerstaaten in bilateralen Verträgen festgelegt werden, so die Bestimmungen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (UNCLOS III) nicht greifen. Das Übereinkommen, 1982 im jamaikanischen Montego Bay beschlossen und 1994 in Kraft getreten, definiert eine Basislinie entlang der Küste eines Staates. Nach dieser Basislinie richtet sich die 12-Seemeilen-Zone, die Hoheitsgewässer eines Staates. UNCLOS III kennt zudem eine sogenannte „ausschließliche Wirtschaftszone“ (AWZ), die bis zu 200 Meilen in das offene Meer reichen kann und es dem Staat ermöglicht, diese wirtschaftlich zu nutzen. Nur auf den Meeresboden und den Untergrund bezieht sich der sogenannte „Festlandsockel“, in dessen Bereich ein Staat natürliche Ressourcen fördern darf. Genau in diesen unterschiedlichen Interpretationsspielräumen bewegt sich der Konflikt im östlichen Mittelmeer, dessen Küsten oft näher als 400 Seemeilen von einander entfernt sind.

Siehe

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