Südchinesisches Meer: Pekings weiterer Schritt zur Annexion umstrittener Inseln

Tebel-Report. – Im Schutze der Coronakrise setzt China weitere Schritte, um im Südchinesischen Meer vollendete Tatsachen zu schaffen. Innerhalb zweier Tage begründet Peking im umstrittenen Meeresgebiet zwei neue Verwaltungseinheiten und gibt 80 Riffen und Unterwasserformationen chinesische Namen.

Die Ortschaft Sansha wurde 2012 auf der 2,6 km2 großen Insel Yongxing als „Stadt“ gegründet und zählte 2014 insgesamt 1443 Einwohner. Weitere Ausbaupläne sehen eine eindrucksvolle Kulisse mit Hochhäusern vor. Weit wichtiger ist aber, dass die teilweise künstlich aufgeschüttete Insel Yongxing den militärischen Hauptstützpunkt der chinesischen Armee im Südchinesischen Meer beherbergt und über eine riesige Start- und Landebahn verfügt, der die Insel ihre charakteristische Form verdankt.

Sansha, das administrativ zur südchinesischen Insel Hainan gehört, fungiert ebenso als Hauptort über ein weites Meeresgebiet mit etwa 2 Millionen km2 Meeresfläche. Nun wurde diese in die beiden Bezirke Xisha und Nansha geteilt, um – wie es die chinesische Global Times beschreibt -, die Möglichkeiten der Stadtplanung und des „scientific management“ zu verbessern. Gegenüber der Global Times führte Zhang Junshe als weiteres Ziel an, hierdurch „die Verantwortung für die Wahrung unserer nationalen Souveränität weiter zu erfüllen“.

Und hier liegt der Haken an der schönen Beschreibung: Die Insel Yongxing firmiert auch unter der englischen Bezeichnung Woody Island und unter dem vietnamesischen Namen Đảo Phú Lâm. Denn erst 1974 vertrieb China in einem militärischen Konflikt die Vietnamesen von der gesamten Inselgruppe, die aber bis heute territoriale Ansprüche erheben.

Somit zielt Peking darauf ab, mit Xisha (administratives Zentrum wird Woody Island in den Paracel-Inseln) und Nansha (administratives Zentrum wird Fiery Cross in den Spratley-Inseln) eine Verwaltungskontrolle aufzubauen, um seine Ansprüche auf wichtige Inseln und Atolle des Südchinesischen Meeres zu verfestigen.

Hierzu passt auch die zweite Nachricht: Einen Tag nach Bildung der neuen Bezirke veröffentlichten die chinesischen Ministerien für Bodenschätze und für zivile Angelegenheiten am Montag die neuen chinesischen Namen für 80 Riffe und Unterwasserformationen, um auch hierdurch einenchinesischen Anspruch auf das Meeresgebiet innerhalb der sogenannten Neun-Striche-Linie zu untermauern.

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